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StrategieStrategie (griech., von stratós, Heer), Feldherrnkunst. Eine einwandfreie und erschöpfende Definition für Strategie gibt es zurzeit überhaupt nicht und wird sich auch kaum finden lassen, weil in der Praxis Strategie und Taktik (s. d.) vielfach ineinander übergreifen und sich dauernd zwingend beeinflussen, z. B. auf dem Gebiet der Märsche. Am kürzesten und dabei doch für die meisten Fälle ausreichend ist die Wiedergabe von Strategie mit Kriegführung oder wohl auch Heeresleitung. Die Strategie erhält ihre Leitpunkte von der Politik (s. d. sowie Artikel »Krieg«) vorgeschrieben; sie selbst bereitet die Operationen der Heere vor, leitet sie bis zum Zusammenstoß mit dem Feinde sowie nach dem Zusammenstoß. Auf dem Schlachtfeld tritt die Taktik in den Vordergrund, wenngleich auch für Schlachtanlage und -Durchführung strategische Gesichtspunkte überaus wichtig sind. In das Gebiet der Strategie fällt ferner die Lehre von den rückwärtigen Verbindungen (s. Etappe); diese dienen der Erhaltung der Schlagfertigkeit des Heeres. Wohl sind die Grundsätze der Strategie einfach und auch dem Laien einleuchtend (Moltke: »Die Strategie ist die Anwendung des gesunden Menschenverstandes auf die Kriegführung«), aber ihre Anwendung unter den erschwerenden Verhältnissen des Ernstfalles stellt an Wissen und Können wie insbes. an den Charakter des Feldherrn die höchsten Anforderungen. So kommt es, dass die Strategie in ihrer Ausübung sich nicht als eine Wissenschaft, sondern als eine Kunst darstellt, deren Meister die Geschichte nicht viele aufweist. Über strategischen Aufmarsch s. Aufmarsch, strategische Aufstellung s. Aufstellung. Vgl. auch »Defensive«, »Offensive«, »Einheit« (hierzu ist zu bemerken, dass Anfang des 20. Jahrhunderts unter »strategischer Einheit« in der Regel das Armeekorps, die Reservedivision und die Kavalleriedivision verstanden wurde, während Schlachteneinheit meist die Infanteriedivision bezeichnete), »Generalstab«, »Kriegsspiel«, »Kriegskunst«, »Stützpunkt«. Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909 Bibliographie
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