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Blitzbemalung Typ 2: PatinierenBemalen von Figuren in 1:72
Werkzeug und Zubehör
FigurenauswahlDie meisten modernen Armeen tragen Uniformen mit Jacke und Hose im selben Farbton. Hersteller von Plastikfiguren, insbesondere die Firma HäT Industrie, achten manchmal darauf, ihre Modelle ungefähr in dieser Farbe zu produzieren, sie erleichtern damit die Blitzbemalung. Der Vorgang des Patinierens unterscheidet sich erheblich von der anderen Form der Blitzbemalungen, dem Granieren. Ungewöhnlich ist, dass die Figuren zuerst Detailliert und anschließend Patiniert werden. MassenproduktionBlitzbemalung funktionert nur in Verbindung mit Massenproduktion. Beim Bemalen von Figuren wird die meiste Zeit mit dem Studium der Uniform, der Farbauswahl, dem Anmischen von Farben und dem Reinigen der Pinsel verbracht. Gelegentlich muss auch darauf gewartet werden, dass ein Farbauftrag trocknet. Diese Arbeitschritte benötigen immer die gleiche Zeit, unabhängig davon, ob eine einzelne Figur oder ein ganzer Zug mit 36 Soldaten bemalt wird. Im Rahmen dieses Berichts haben wir 70 Minuten mit der Blitzbemalung von 13 französischen Infanteristen verbracht, von denen einige oben abgebildet sind. Zwei Pausen waren nötig, damit die Lacke ausreichend Zeit zum Trocknen hatten. Die gewählte Anzahl Figuren war zu klein um voll in den Genuss der zeitsparenden Maltechnik zu kommen, die erreichten 5 Minuten und 23 Sekunden je Figur sind dennoch ein akzeptables Ergebnis. Komplette Züge mit etwa 40 Figuren können in einer Zeit von 2 Minuten und 45 Sekunden je Figur bemalt werden, ohne dass Stress aufkommt und die Qualität leidet. Wir raten davon ab, noch größere Figurengruppen am Fließband zu bemalen. Die Arbeit wird dann als ermüdent empfunden und die angemischten Farben trocknen auf halber Strecke ein. Nicht selten wird ein derart großes Projekt vor der Vollendung aufgegeben. 40 Figuren sind dagegen kein Problem, der Maler sieht der Fertigstellung mit Geduld und zwischenzeitlich auftretenden Erfolgserlebnissen entgegen. DetaillierenDie Figuren müssen sorgfältig mit Spülmittel gereinigt werden, damit die Acrylfarbe auch ohne Grundierung auf dem Plastik haftet. Die Franzosen von HäT Industrie bestehen aus einem Material, das Acrylfarbe selbst nach starker Verdünnung mit Wasser noch sehr gut annimmt. Hände und Gesichter werden zuerst bemalt. Wir verwenden Hautfarbe unverdünnt, damit das blaue Plastik komplett abgedeckt wird. Dieses ist der schwierigste Teil der Bemalung, die Hautfarbe darf nicht versehentlich auf Kragen, Helme oder Ärmel gelangen. Eventuelle Malfehler sind sofort mit einem sauberen Pinsel zu korrigieren, indem man die überflüssige Farbe mit Wasser anlöst und von der Figur abnimmt. Bereits angetrocknete Farbflecken können mit dem Fingernagel abgekratzt werden, das erfordert aber mehr Zeit und Geduld als bei einer Blitzbemalung sinnvoll ist. Es ist viel einfacher, bei der Arbeit etwas aufzupassen und Fehler sofort zu korrigieren. Haare, Bärte, Gewehre und Gewehrriemen werden Mittelbraun bemalt. Gurte, Koppel, Munitionstaschen, Pistolentaschen und Offiziersstiefel sollten in einem mittleren Rotbraun bemalt werden. Dieser zweite Farbgang lohnt sich. Wer aber noch mehr Zeit sparen möchte, bemalt alle Holz- und Lederteile Mittelbraun. Geben Sie mehr Mittelbraun auf die Palette als in diesem Farbgang benötigt wird, wir mischen auf dieser Basis die anderen Farbtöne an. Geben Sie Weiß auf die Palette und bemalen Sie den Brotbeutel. Geben Sie etwas Schwarz dazu und malen Sie die Wasserflasche Hellgrau. Mischen Sie Mittelbraun und Weiß, bis eine helles oder mittleres Beige entsteht, mit dem der Tornister bemalt wird. Mischen Sie Beige und Schwarz, bis ein schmutziges Dunkelgrau für die Schuhe der Soldaten erreicht ist. Das Mützenschild am Offizierskepi ist ebenfalls Dunkelgrau. Pistolen und Metallteile an den Gewehren sind Dunkelsilber (Gun Metal) zu bemalen, die Trompete mit Goldbronze und das war’s. Die Figuren sollten jetzt komplett detailliert sein. Vor dem Patinieren muss unbedingt geprüft werden, dass kein Teil vergessen wurde. Blau Haare oder Hände sehen nicht gut aus, und derartige Fehler sind später nur mit Mühe zu korrigieren. Lackieren und VersiegelnDie trockenen Figuren werden mit Pactra Clear Gloss Glanzlack gesprüht und dadurch versiegelt. Der Lack trocknet schnell und die Arbeit kann nach einer Stunde weitergehen. Wer viel Geduld hat, kann die Figuren auch über Nacht trocknen lassen, das ist normalerweise aber nicht notwendig. Vor dem Patinieren muss mit dem Handrücken geprüft werden, dass der Glanzlack trocken ist. Wenn die Figur nicht mehr klebt, kann mit der Fingerspitze erneut geprüft werden. Warnung: Falls der Glanzlack nicht ausreichend trocken ist, kann die bereits fertiggestellte Bemalung beim Patinieren zerstört werden. PatinierenMischen Sie Dunkelbraun, z.B. Umbra gebrannt, und Schwarz mit viel Wasser, bis eine schmutzige, dunkelgraue Tinte entsteht. Die Flüssigkeit soll so dünn sein, dass sie gut über die Figur fließt und an keiner Stelle kleben bleibt. Diese schmutzige Brühe wird zunächst auf nur eine Figur gepinselt und gleichmäßig verteilt. Falls die Flüssigkeit noch wie Farbe klebt und aufträgt, wird Sie weiter verdünnt, bis sie läuft. Die korrekt angemischte Patina wird auf alle Figuren gepinselt und gut verteilt. Kein Arm, Bein oder Tornister darf unberührt bleiben, die Figuren müssen von Kopf bis Fuß mit einem gleichmäßigen Film von Patina überzogen sein. Die Flüssigkeit wird mit dem Pinsel bis auf die Schuhe der Figur nach unten gezogen, damit überschüssige Patina auf die Grundplatte abfließen kann. Die Patina trocknet schnell an und die Figuren müssen während dieser Phase einige Minuten lang beobachtet werden. In den Armbeugen, zwischen den Beinen, unterm Helm, am Gewehrriemen und an anderen Stellen sammeln sich immer wieder große Tropfen von Patina, die nicht nach unten abfließen. Diese Tropfen werden mit einem saubern Pinsel von der Figur abgenommen, bzw. auf andere Stellen der Uniform verteilt, die nicht ausreichend Patiniert sind. Das Pigment kann aus einigen Falten der Uniform wieder herausgelaufen sein; dort muss neue Patina hinein, damit eine deutliche Schattierung erreicht wird. Gepäck und Kleinteile der Ausrüstung sollten dünn mit Patina umranded sein. Von den erhabenen Flächen fließt die Patina ab, die darunterliegenden Farben erscheinen wieder fast sauber. Dieser Effekt stellt sich automatisch ein, da sich das Farbpigment in den Gravurlinien der Figur absetzt, solange die Patina flüssig ist. Nur wenn zuviel Pigment im Wasser ist, werden auch die glatten Flächen verschmutzt. Die Patina trocknet an einigen Stellen unterschiedlich schnell an, der Wasserfilm reißt ab und es bilden sich neue Tropfen, die nicht nach unten abfließen können. Der Trocknungsvorgang muss so lange beobachtet werden, bis die Tropfenbildung aufhört. Nach fünf bis zehn Minuten sollte die Patina gut angetrocknet sein, dann treten keine Veränderungen mehr ein. Sollten jetzt noch Löcher oder Tropfen entdeckt werden, dann muss schnellstens mit Wasser verdünnt und mit dem Pinsel nachgearbeitet werden. Mit etwas Übung und Geduld erreicht man immer wieder zufriedenstellende Ergebnisse. Zuletzt werden noch die Pfützen von der Grundplatte gebürstet, damit die Figuren schneller trocknen. Matt LackierenDie Patina sollte nach einigen Stunden trocken sein. Anschließend werden die Figuren mit Pactra Flat Clear Mattlack gesprüht. Wir mischten 15 % Tamiya Flat Base Mattierungsmittel dazu, damit dem Plastikmaterial wirklich jeglicher Glanz genommen wird. RetouschePactra Mattlack trocknet in wenigen Minuten, danach können eventuell notwendige Korrekturen vorgenommen werden. Einige unserer Figuren hatten zuviel Patina erhalten, sie wirkten dunkel und schmutzig. Die Retousche erfolgte ganz einfach mittels Granieren mit hellblauer Farbe. Wir bürsteten die erhabenen Flächen an Armen und Beinen, den Helm sowie die Ränder der größten Uniformfalten. Wahlweise kann auch die gesamte Figur mit Staubgrau oder Beige gebürstet werden. Fragen und AntwortenBitte nehmen Sie Kontakt mit der Redaktion der Military Miniatures Zeitschrift auf, wenn Sie weiterführende Information zum Thema wünschen. Bemalen von Figuren und Fahrzeugen © 1997-2010 by IDL Software GmbH, Darmstadt, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Frauen | Männer | Selfness | Coaching | Frühstückstreff | Love & Fun | Internet Wargaming | Kulturkalender | Links | Pressemitteilungen |
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