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Köthen
Köthen hat große Eisengießereien, Maschinen-, Kessel- u. Metallwarenfabrikation, bedeutende Zucker-, Schokoladen-, Konserven-, Sauerkohl-, Stärke-, Gesundheitskaffee-, Mostrich-, Tonwaren-, Knochenmehl-, Leim-, Leder-, Gewehr-, Zigarren-, Wagen- und Lackfabriken, Spiritusbrennerei, Molkerei, ein Emaillierwerk, Glasmanufaktur, Schneidemühlen, Gartenbau (besonders Spargel- und Erdbeerzucht), Braunkohlengruben, Ziegelbrennerei etc. Der Handel, unterstützt durch eine Reichsbanknebenstelle, ist besonders bedeutend in Wolle und Getreide. Köthen hat ein Gymnasium, Realschule, Schullehrerseminar, Technikum, Rettungsanstalt, 2 Fräuleinstifter, ein herzogliches Landgestüt, eine Landesbaumschule und ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Bergreviers. Köthen bestand schon im 10. Jahrhundert als slawische Niederlassung Kothene; daselbst schlug 1115 Otto der Reiche von Ballenstedt die Wenden. Im 12. Jahrhundert muss es Stadtrecht und als Getreidemarkt eine nicht geringe Bedeutung erlangt haben. Die Stadt wurde 1547 dem Fürsten Wolfgang, als einem Glied des Schmalkaldischen Bundes, vom Kaiser genommen und nebst Wolfgangs sonstigen Besitzungen an den General von Lodron verschenkt, jedoch bald zurückgekauft. Das 1547 zum Teil abgebrannte Schloss wurde 1597–1606 neu gebaut, 1620 erfolgte die Verbindung der Neustadt mit der Altstadt. Unter Fürst Ludwig, der eine Zeitlang Vorsteher der Fruchtbringenden Gesellschaft war, war Köthen ein Sitz deutscher Dichtkunst. Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909 Bibliographie
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