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Russische Pavlovski Grenadiere der Napoleonischen Kriege, 1805–1814

Testbericht der 1:72 Figuren von Italeri

Russische Pavlovski Grenadiere der Napoleonischen Kriege, 1805–1814, 1:72 Figuren Italeri 6006

Die Figuren der Italeri Serie wirken wie Zinnfiguren, da sie in einem angenehmen Silbergrau gegossen sind. Aufgrund der hellen Farbgebung erkennt man die Details sehr gut. Wer mit unbemalten Soldaten spielt, kann diese Figuren beliebig mischen und zu gemeinsamen Einheiten formieren.

Das Regiment Pavlovski wurde 1790 aus Teilen anderer Einheiten gegründet. Grenadiere trugen zu dieser Zeit Grenadiermützen mit Metallschildern nach altpreußischem Vorbild, die 1805 abgeschafft und durch die neuen Kiwer Tschakos ersetzt wurden. Bis die Tschakos die Fronttruppen erreichten verging jedoch einige Zeit, und so diente das Pavlowsche Regiment noch 1807 in den alten Grenadiermützen. Nachdem es sich bei Friedland heldenhaft geschlagen hatte, wurde das Regiment dadurch ausgezeichnet, dass es die in der Schlacht getragenen Grenadiermützen behalten durfte. Die Mützenbeutel wurden in der Folgezeit immer wieder erneuert, die bei Friedland getragenen original Mützenbleche behielt man aber unverändert bei, inklusive der Beschussspuren. Noch 1914 trat die erste Kompanie des Regiments in diesen Mützen zur Parade an.

Im Feldzug von 1812 fiel das Pavlowsche Regiment erneut durch seine große Tapferkeit auf. Als Anerkennung wurde es 1813 in die Garde aufgenommen und zum Leib-Garde Pavlovski Regiment ernannt.

Die Figuren von Italeri werden dem Anspruch an ein Garde-Regiment gerecht. Die Grenadiere sind detailvoll gestaltet, richtig proportioniert und in historisch brauchbaren Posen dargestellt.

Inhalt

50 Figuren in 15 Posen – 23 mm entsprechen 166 cm Körpergröße

  • Offizier mit Degen und Stock (1)
  • Unteroffizier mit Sponton (1)
  • Trommler (1)
  • Pfeiffer (1)
  • Grenadier, Gewehr beim Fuße (1)
  • Grenadier, marschierend (6)
  • Grenadier, Gewehr »rechts schultert«, avancierend (6)
  • Grenadier mit gefälltem Bajonett, stürmend (6)
  • Grenadier, mit gefälltem Bajonett, vorgehend (3)
  • Grenadier, mit aufgepflanztem Bajonett, vorgehend (3)
  • Grenadier, stehend schießend (6)
  • Grenadier, knieend schießend (6)
  • Grenadier, mit aufgepflanztem Bajonett, knieend (3)
  • Grenadier, stehend ladend (3)
  • Grenadier, knieend ladend (3)

Bewertung

Große Detailfülle. Rabatten, Aufschläge, Bandeliere, Knöpfe, Mützenbleche und Metallbeschläge an Waffen und Ausrüstung sind deutlich zu erkennen. Der Maler wird seine Freude daran haben. Markante Gesichter lassen sich schön bemalen. Die Grenadiermützen preußischen Typs sind bisher einmalig in diesem Maßstab, sie können für Umbauten preußischer, hessischer und braunschweigischer Grenadiere des 18. Jahrhunderts verwendet werden.

Brauchbare, historische Posen. Die Garde-Grenadiere strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Der Offizier und sein Feldwebel sind besonders gut gelungen. Hohe Gussqualität, abgesehen vom marschierenden und stürmenden Grenadier, die von Gussfehlern entstellt sind. Beide Figuren müssen mit dem Skalpell in die richtige Form geschnitzt werden. Nach dem Bemalen sind die Fehler nicht mehr so deutlich.

Den Figuren fehlt die typische, über der linken Schulter getragene Mantelrolle! Der Shinel war bei russischen Soldaten derart beliebt, dass die Männer ihre engen Uniformjacken am liebsten abgelegt und nur noch im Mantel gedient hätten. Bei warmem Wetter wurde der Mantel zusammengerollt über der Schulter getragen, und diente dann als Schutz vor Säbelhieben. Die Mantelrolle darf an russischen Infanteristen demnach nicht fehlen.

Die Schultergurte des russischen Tornisters waren mit einem horizontalen Brustgurt verbunden, der den Figuren jedoch fehlt. 1806 fiel der Zopf weg, die Figuren tragen ihn aber noch, weshalb diese Grenadiere streng genommen nur für die Feldzüge von 1805 und 1806 geeignet sind. Die Trommel ist viel zu klein, und der Pfeifer hält sein Instrument irrtümlich zur linken Seite. Der Fähnrich fehlt, allerdings kann der Unteroffizier problemlos zum Fahnenträger umgebaut werden.

Der stehend feuernde Grenadier zielt in den Himmel. Diese Haltung kann korrigiert werden, indem man die Grundplatte vorne abhobelt und das Gewehr dadurch in die Horizontale absenkt. Der Schütze lehnt sich dann leicht nach vorne, was aber durchaus realistisch aussieht.

Historische Verwendung

  • Linien-Grenadiere 1805
  • Pavlovski Grenadiere 1805-1812
  • Leib-Garde Pavlovski Regiment 1813-1814
  • Wenn die Grenadiermütze durch ein Kiwer Tschako (Russische Grenadier, ESCI) ersetzt wird, eignen sich die Figuren auch als russische Musketiere, Grenadiere und Jäger der übrigen Regimenter. Allerdings werden auch in diesen Einheiten Mantelrollen über der Schulter getragen, die den Figuren fehlen.

Italeri hat mit den Pavlow Grenadieren ein interessantes historisches Thema begonnen. Sammler und Wargamer dürfen gespannt sein, ob weitere russische Figuren der Feldzüge von 1812 und 1813 folgen werden, z.B. Dragoner oder reitende Artilleristen mit der bürstenartigen Raupe auf dem Reiterhelm.

Italeri Figuren

Bibliographie

Fragen und Antworten

Bitte nehmen Sie bei facebook oder im Miniatures Forum Kontakt mit der Redaktion der Military Miniatures Zeitschrift auf, wenn Sie weiterführende Information zum Thema wünschen.

Russische Figuren der Napoleonischen Kriege


Mail Adresse – Publiziert: 1996 – Aktualisiert: 09.06.2011
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