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2nd (Royal North British) Dragoons
(Greys) 1812–1815

Testbericht der 1:72 Figuren von Italeri

2nd (Royal North British) Dragoons (Greys) 1812–1815, 1:72 Figuren Italeri 6001

"Qu’ils sont terrible, ces Chevaux Gris" (L’Empereur Napoléon)

Die Greys wurden 1681 als Royal Regiment of Scotch Dragoons gegründet und ab 1751 als 2nd (Royal North British) Dragoons bezeichnet. Wegen seiner grauen Pferde erhielt das Regiment den Beinamen The Greys Dragoons, erst seit 1877 wird es Royal Scots Greys genannt. Die britischen Dragoner zählten zur schweren Linienkavallerie, daneben gab es noch 15 Regimenter Light Dragoons, die den Dragonern der anderen europäischen Staaten entsprachen.

Die Figuren sind in der ab 1812 getragenen, roten Uniform mit blauem Kragen und Aufschlägen, gelben Borten und goldenem Besatz dargestellt. Eine Besonderheit der 2nd Dragoons ist die Bärenfellmütze, die im Felde durch einen Überzug aus Wachstuch geschützt wurde. In dieser Uniform dienten die Greys 1815 in der Schlacht bei Waterloo, nämlich in der 2. britischen Brigade des Generalmajors Sir W. Ponsonby. Im Verlauf der berühmt gewordenen Attacke der Greys erbeutete Sergeant Charles Ewart den Adler des 45. französischen Linienregiments.

Inhalt

  • 18 Reiter in 9 Posen – 24 mm entsprechen 173 cm Körpergröße
    • Offizier
    • Trompeter
    • Dragoner mit Karabiner, plänkelnd (3)
    • Dragoner mit Karabiner, in Reserve (3)
    • Dragoner mit gezogener Pistole (3)
    • Dragoner mit gezogenem Säbel, angreifend (3)
    • Dragoner mit gezogenem Säbel, angreifend (2)
    • Dragoner mit geschultertem Säbel (2)
    • Dragoner mit gezogenem Säbel, in Reserve (1)
  • 18 Pferde in 6 Posen – 21 mm entsprechen 151 cm Stockmaß

Bewertung

  • Große Detailfülle. Falten in der Kleidung, Knöpfe, Borte, Gurte und Schnallen, Säbelgriffe, Steigbügel und Pferdeausrüstung sind deutlich herausgearbeitet.
  • Gute Passgenauigkeit. Die Reiter sitzen richtig im Sattel und umfassen ihr Pferd mit den Beinen.
  • Schöne Pferde, richtig proportioniert und gezäumt, doch die Ausrüstung am Sattel ist nicht ganz korrekt.
  • Brauchbare, historische Posen. Mit den Figuren lassen sich attackierende und plänkelnde Einheiten darstellen. Letztere sollten ersatzweise aber auf ruhigere Pferde montiert werden.
  • Richtige, feldmäßige Ausstattung der Reiter: Ein Bezug aus Wachstuch schützt die Bärenfellmütze und graue Überhosen werden anstelle der weißen Hosen getragen. Richtig auch, dass der Figurenpackung kein Standartenträger beiligt, denn nach 1812 wurden Standarten und Wimpel der britischen Kavallerie nicht mehr mit ins Feld genommen.
  • Hohe Gussqualität, keine auffälligen Spritzgrate an den Figuren, nur die Pferde müssen etwas nachbearbeitet werden.
  • Fehlerhafte Gangart der Pferde. Die Tiere sind einer ungewöhnlich kombinierten Gangart aus Karriere und Passgang dargestellt, die bei Kavalleriepferden sehr unnatürlich wirkt. Die besonders theatralischen Posen erinnern vielleicht an die Wiener Reitschule, auf dem Schlachtfeld haben sie nichts verloren.
  • Kein stehendes Pferd vorhanden. Der Reiter mit angelegtem Karabiner kann unmöglich von einem gallopierenden Pferd aus schießen, insbesondere dann nicht, wenn er durch den Passgang ständig nach links und rechts geschaukelt wird!
  • Einem Pferd fehlt die Pistolentasche rechts, dem Anderen fehlt sie links. Die Mehrzahl der Pistolentaschen ist leer, aber nur drei Reiter tragen eine gezogene Pistole in der Hand! Die Darstellung auf der Vorderseite der Verpackung ist eigentlich richtig, sie zeigt die Pferde in feldmäßiger Austattung, ohne Pistolentaschen am Sattel, stattdessen ist die Mantelrolle vor dem Sattel befestigt. Leider weichen die Figuren von dieser Darstellung ab, ein unerklärlicher Fehler.
  • Fehlerhafter Bemalungsvorschlag auf der Verpackung. Die Greys trugen im Felde graue Überhosen mit blauem Streifen. Beide Schultergurte sollten weiß sein, ein Privileg der Greys, die übrigen Dragoner waren mit naturfarbenen Ledergurten ausgestattet.

Historische Verwendung

  • 2nd (Royal North British) Dragoons (Greys) 1812–1815

Interessante Umbauten

  • Mit dem französischen Kürassierhelm von ESCI oder Airfix ausgestattet, eignen sich die Reiter als britische Dragoner der übrigen Regimenter:
    • 1st (Royal) Dragoons 1812–1815
    • 3rd (King’s own) Dragoons 1812–1815
    • 4th (Queen’s own) Dragoons 1812–1815
    • 6th (Inniskilling) Dragoons 1812–1815

Bibliographie

Die berühmten 5th (Royal Irish) Dragoons fielen beinahe einem Komplott zum Opfer, nachdem das Regiment während der Revolte in Irland, im Jahre 1798, neue Rekruten angeworben hatte und dabei von irischen Rebellen unterwandert worden war. Aus Sicherheitsgründen wurde das Regiment 1799 aufgelöst, die Regimentsnummer blieb frei und wurde erst 1858 wieder an die 5th (Royal Irish) Lancers vergeben.

Die Greys Dragoons von Italeri zeigen eine unverkennbare Ähnlichkeit mit den Greys von ESCI, allerdings sind die neuen Greys erheblich detaillierter und besser gegossen. Neue Reiterposen sind dazugekommen. Die Pferde sind jetzt noch schöner, wenn auch übertrieben dramatisch dargestellt, und sie wurden mit Zaumzeug ausgestattet, was bei den Vorgängern erstaunlicherweise nicht der Fall war. Wargamer und Sammler dürfen sich über die Greys von Italeri freuen. Wir wünschen uns, dass Italeri die beliebten französischen Kürassiere und Lanzenreiter von ESCI ebenfalls übernimmt und in ähnlicher Weise aufwertet.

Italeri Figuren

Fragen und Antworten

Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Redaktion der Military Miniatures Zeitschrift auf, wenn Sie weiterführende Information zum Thema wünschen.

Britische Figuren der Napoleonischen Kriege


Mail Adresse – Publiziert: 1996 – Aktualisiert: 10.07.2007
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