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Michel Ney, Herzog von Elchingen, Fürst von der Moskowa, Marschall von Frankreich
Nachdem er bei Errichtung des Kaiserthrons den Marschallstab erhalten, schlägt er im Krieg gegen Österreich 1805 den Erzherzog Ferdinand 9. Okt. bei Günzburg und führt 14. Okt. durch einen Sturm auf die Schanzen von Elchingen die Kapitulation von Ulm herbei; Napoleon I. ernennte ihn dafür 19. März 1808 zum Herzog von Elchingen. 1806 verfolgt Ney nach der Schlacht bei Jena mit seiner Kavallerie den fliehenden Feind. 1807 entscheidet er 14. Juni den Sieg bei Friedland und erwirbt sich den Namen le brave des braves. 1808-11 in Spanien befehligend, behauptet er durch eine Reihe der glänzendsten Waffentaten seinen Ruhm. Im russischen Feldzug erhält er den Befehl über das 3. Armeekorps, an dessen Spitze er bei Smolensk, besonders aber 7. Sept. an der Moskowa tapfer kämpft und sich den Titel eines Fürsten von der Moskowa erwirbt. Auf dem Rückzug befehligt Ney die Nachhut des Heeres. Mit eiserner Strenge hält er die Manneszucht aufrecht und rettet beim Übergang über die Beresina wenigstens die Trümmer des Heeres. 1813 erhält er nach der Niederlage Oudinots bei Großbeeren den Oberbefehl über die zum Vordringen auf Berlin bestimmten Streitkräfte, wird aber 6. Sept. von Bülow bei Dennewitz geschlagen. Im Feldzug von 1814 kämpft er bei Brienne, Montmirail, Craonne, Châlons-sur-Marne etc. Ludwig XVIII. ernennt ihn zum Mitglied des Kriegskonseils und zum Pair und verleiht ihm den Befehl über die 6. Militärdivision. Indes wird er von den übermütigen Royalisten mannigfach gekränkt; deshalb geht er 14. März bei Auxerre mit seinen Truppen zu dem wieder in Frankreich gelandeten Kaiser über und entscheidet damit den Sturz der Bourbonen. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1815 kämpft er 16. Juni bei Quatre-Bras gegen den Herzog von Braunschweig und befehligt bei Waterloo das Zentrum mit mehr Tapferkeit als Umsicht. Auf der Flucht nach der Schweiz wird er entdeckt und 19. Aug. gefangen nach Paris zurückgebracht. Da sich das Kriegsgericht, vor das man ihn stellt, für inkompetent erklärt, bringt der Minister Richelieu den Prozess vor die Pairskammer. Mit großer Stimmenmehrheit wird er des Hochverrats für schuldig befunden und im Jardin du Luxembourg in Paris erschossen. Auf dem Platz der Exekution wird ihm 1853 ein Standbild errichtet. Ney hinterließ drei Söhne, Joseph Napoléon, Michel Aloys Félix, und Napoléon Henri Edgar, die später seine »Mémoires« (Par. 1833, 2 Bde.) veröffentlichten. Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909 Scott Bowden und Jim Getz bewerten Ney im Spielsystem Empire III als charismatischen, aber mittelmäßigen Armeekommandeur und guten Korpskommandeur.
Bekannte Figuren
Bibliographie
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