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Buren (Boers)

Buren (Boers)

Buren (holl. Boers, sprich bürs, »Bauern«), Name der Bevölkerung holländischen Ursprungs in der Kapkolonie, Oranje River- und Transvaalkolonie, in die sich 1687 auch eine Anzahl von Hugenotten mischte. Sie haben mit der heimischen Sprache das kühle und phlegmatische, aber zähe und ausdauernde Wesen des Holländers auch in Afrika bewahrt. Die bemitteltste und gebildetste Klasse sind diejenigen, die als Hauptbeschäftigung Weinbau treiben und mit den Städten in lebhaftem Verkehr stehen. Wohlhabend und einiger Bildung teilhaftig sind auch die sogenannten Kornburen, die sich mit Ackerbau beschäftigen, während die Viehzucht treibenden Buren, die Viehburen, zuweilen in Schmutz und Roheit versunken sind. In neuerer Zeit erhielten jene Buren, die nach der Westküste Südafrikas auswanderten und sich im südlichen Teil der portugiesischen Kolonie Angola und in Deutsch-Südwestafrika niederließen, den Namen Trekburen. Allen Buren gemeinsam sind einfache, patriarchalische Lebensart, große Anhänglichkeit an ihre Familien und an die von ihren Vorfahren überkommenen kirchlichen Gebräuche und Satzungen. Meist von hohem, kräftigem Wuchs, sind sie vortreffliche Reiter und Schützen, was sie in ihren Kriegen mit England glänzend bewiesen haben.

Gegen die Errungenschaften der Neuzeit verhielten sie sich lange ablehnend, bis die in neuerer Zeit entdeckten reichen Goldlager auch dort Eisenbahnen, Telegraphen etc. Eingang verschafften. Unter solchen Einflüssen und dem damit verbundenen starken Zuzug von Engländern und Deutschen verschwand die Eigenart der Buren mehr und mehr. Vor dem Ausbruch des Südafrikanischen Krieges betrug die Zahl der Buren in ganz Südafrika 645.600 Seelen oder 67 Prozent der weißen Bevölkerung. Davon wohnten in der Kapkolonie 350.000, in Natal 15.000, in anderen britischen Gebieten 450, in der Südafrikanischen Republik 200.000, im Oranje-Freistaat 80.000, in Deutsch-Südwestafrika 150. In der Kapkolonie waren aber auch die verengtischten Buren unter die Engländer gerechnet sowie die englischen Afrikaner, die Gegner der imperialistischen Politik Englands sind und, wie ein Teil der Buren, dem Wahlspruch folgen: »Afrika den Afrikanern«.

Bekannte Figuren

  • Boer, stehend schießend, 25 mm Warrior Miniatures 25 BW1
  • Boer, avancierend, 25 mm Warrior Miniatures 25 BW2
  • Boer mit Mantel, rennend, 25 mm Warrior Miniatures 25 BW3
  • Boer, vorgehend und ladend, 25 mm Warrior Miniatures 25 BW4
  • Boer, knieend schießend, 25 mm Warrior Miniatures 25 BW5 Boer
  • Buren, 1:72 Strelets 056
  • Buren zu Pferd, 1:72 Strelets 037
  • Buren, vorgehend, 20 mm RSM CBR-IA
  • Alte Buren, schießend, 20 mm RSM CBR-OK
  • Junge Buren, schießend, 20 mm RSM CBR-YK
  • Boer, stehend schießend, 20 mm Jacklex BW 1
  • Boer, knieende, schießend, 20 mm Jacklex BW 2
  • Boer, liegend, schießend, 20 mm Jacklex BW 3
  • Boer, rennend, mit separatem Gewehr, 20 mm Jacklex BW 4
  • Boer, vorgehend, 20 mm Jacklex BW 5
  • Boer, Pferdehalter, 20 mm Jacklex BW 6
  • Boer, beritten, 25 mm Warrior Miniatures 25 BWC1
  • Boer, beritten, mit Gewehr, 20 mm Jacklex BW 7
  • Boer, beritten, mit Gewehr feuernd, 20 mm Jacklex BW 8
  • Boer mit Voortrekker Wagen, 20 mm Jacklex BS 1
  • Buren-Siedler, laufend mit Gewehr, 20 mm Jacklex BS 2
  • Buren-Frau, laufend, 20 mm Jacklex BS 3
  • Buren-Mädchen, laufend, 20 mm Jacklex BS 4

Die niederländische wie die englische Sprache waren in der Kapkolonie gesetzlich anerkannt, doch herrschte die englische Sprache. Die niederdeutsche Bewegung in Südafrika verkörperte sich in zwei großen Vereinigungen, dem Afrikaanderbond, der alle Afrikaner zusammenschließen wollte, mit (1896) 280 Zweigvereinen und 8511 Mitgliedern in der Kapkolonie und der Zeitschrift »Ons Land«, und dem Zuidafrikaansche Taalbond mit 11.000 Mitgliedern und der Zeitschrift »Ons Tijdschrift«, der für die Einführung des Schriftholländischen als Unterrichtssprache in die Staatsschulen und als Verwaltungssprache in der Kapkolonie kämpfte. Die drei Kirchengemeinschaften: Nederduitsche Gereformeerde Kerk, Nederduitsche Herformde Kerk und Christelijke Gereformeerde Kerk, haben niederdeutsche Kirchensprache. In den Schulen der Kapkolonie gewann die holländische Sprache in neuerer Zeit immer mehr Boden; in Natal kämpfte die Hollandsche Boerenvereeniging mit der dortigen niederdeutschen Kirchensynode für niederdeutschen Schulunterricht, in den ehemaligen Freistaaten war die Schulsprache niederdeutsch.

Niederdeutsche Zeitungen erschienen vor dem Krieg in Südafrika 28, davon in der Kapkolonie 18, in Natal 1, in Transvaal 7, im Oranje-Freistaat 2, von hochdeutschen je eine in Johannesburg und in Windhoek. Die bereits seit Jahren auf die Wiedererweckung des Gemeinbürgschaftsgefühls aller Niederländer gerichtete Arbeit wurde gefördert durch die früheren Angriffe der Engländer auf die beiden Republiken, sie erhielt aber einen ganz außerordentlichen Anstoß durch den Südafrikanischen Krieg (s. Südafrikanische Republik).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Bibliographie

  • Klössel: Die südafrikanischen Republiken (Leipz. 1888)
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909
  • Pfeil, Jáchym Graf: Die Gründung der Burenstaaten (Berl. 1900)
  • Remington, Frederic: Boer scouts on the Natal border in: Harper’s Weekly, 14 Oct. 1899
  • Seidel: Transvaal ( Berl. 1898)
  • Statham: Südafrika, wie es ist (deutsch von P. Baltzer, Berl. 1897)
  • Theal: History of the Boers (Lond. 1887)
  • Weber: Vier Jahre in Südafrika (Leipz. 1878, 2 Bde.)
  • Wenzelburger: Die Geschichte der Buren (Nürnb. 1902)
  • Younghusband: South Africa of to-day (Lond. 1898)

Fragen und Antworten

Bitte nehmen Sie bei facebook oder im Miniatures Forum Kontakt mit der Redaktion der Military Miniatures Zeitschrift auf, wenn Sie weiterführende Information zum Thema wünschen.

Figuren der Kolonialkriege


Mail Adresse – Publiziert: 12.10.2008 – Aktualisiert: 11.12.2008
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