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Waterloo: Netherlands CorrespondenceVolume 1 – Letters and Reports from Manuscript Sources
Inhalt
Kapitel
Die niederländischen Truppen haben sich 1815 im Waterloo-Feldzug gegen Napoleon tapfer geschlagen und hohe Verluste hingenommen, ihr Anteil an den Schlachten bei Les Quatre Bras und Waterloo ist in der Fachliteratur jedoch häufig missverstanden und zu wenig gewürdigt worden. Lange Zeit wurde beispielsweise angenommen, General Bylandts 1. Brigade der 2. Niederländischen Infanterie-Division habe ihre exponierte Position vor dem Zentrum der Alliierten beibehalten und sei durch das Feuer der großen französichen Batterie dezimiert worden. Oberst Baron Pieter Hendrik van Zuijlen van Nyevelt, Stabschef der 2. Infanterie-Division, teilt hingegen in seinem Bericht vom 25. Oktober 1815 an den General-Quartiermeister Jean Victor de Constant Rebecque mit, dass die Brigade Bijlandt mittags hinter den schützenden Hohlweg zurückgenommen wurde, wo sie das Feuer der britischen Artillerie nicht behinderte und vor dem feindlichen Artilleriefeuer besser gedeckt war. Napoleon hatte den Einsatz seiner großen Batterie von 80 Geschützen gegen Wellingtons Zentrum für 13:00 Uhr befohlen, verschiedene Quellen sprechen davon, dass er zwischen 12:00 und 13:30 Uhr begann. John Franklin versucht mit dem vorliegenden Buch der niederländischen Korrespondenz Waterloo diese und viele andere Fragen zu klären. In der Korrespondenz finden sich Hinweise, dass die niederländische Artillerie nicht mit britischen Geschützen ausgestattet war, wie lange Zeit angenommen wurde, sondern vorhandene Stücke französischer Bauart weiter verwendete. Die Korrespondenz dokumentiert außerdem das gespannte Verhältnis Wellingtons mit seinen niederländischen Truppenkommandeuren. Die niederländischen Landwehrbataillone und manche der regulären Einheiten galten als wenig zuverlässig, da sie sich seit dem Pariser Frieden von 1814 überwiegend aus kampfunerfahrenen Rekruten ergänzt hatten. Andere, wie das 2. Nassauische Infanterie-Regiment, oder Oberst Karl Bernhard von Sachsen-Weimar, hatten bis Ende des Jahres 1813 noch für Frankreich gefochten, Generalleutnant Chassé sogar bis Oktober 1814; sie würden sich nun im Kampf gegen Napoleon beweisen müssen. Gerry Embleton hat der niederländischen Korrespondenz interessante Szenen entnommen und diese eindrucksvoll illustriert. Dioramenbauer, Figurenmaler und Wargamer finden hier viele Anregungen, auch wenn das Buch nicht als Uniformkunde gedacht ist. Die zehn Farbtafeln sind, wohl aus Kostengründen, in der Heftmitte zusammengefasst. Dies hat immerhin den Vorteil, dass der Leser alle Illustrationen schnell findet. Nachteilig ist hingegen, dass der Zusammenhang zwischen der gewählten Szene und der dazu passenden Korrespondenz fehlt. Der Leser könnte geneigt sein, die Bilder nachträglich mit entsprechenden Seitenzahlen zu versehen. Die Umgebungskarten von Braine l’Alleud an der rechten Flanke, und vom Weiler Smohain an der linken Flanke der Alliierten Schlachtlinie verdeutlichen, dass das Schloss Hougoumont eigentlich im Zentrum der Stellung lag, nicht am rechten Flügel wie häufig behauptet wird. Napoleon hätte den Stützpunkt Hougoumont mit geringen Kräften isolieren, und den rechten Flügel der Alliierten über Braine l’Alleud umfassen können, statt sich mit übertriebener Selbstsicherheit auf die für ihn taktisch ungünstige und gut verteidigte Anhöhe im Zentrum zu konzentrieren. Dass er es unterließ, erlaubte Wellington, die 3. Niederländische Division unter Generalleutnant Chassé rechtzeitig von Braine l’Alleud ins Zentrum zu verlegen, wo sie gegen 19:30 Uhr den Angriff der Alten Garde vereitelte. Chassé, als »General Bajonett« bekannt, ließ zunächst die Flanke der feindlichen Angriffskolonne unter Kartätschenfeuer nehmen und, als dies die Grenadiere nicht stoppte, Detmers 1. Brigade zum Bajonettangriff vorgehen. Die Alte Garde musste angesichts der erdrückenden Übermacht weichen, und der weithin hörbare Ruf "La garde recule!" riss andere Truppenteile mit in die allgemeine Flucht. John Franklins Buch bietet Experten wie Einsteigern detailreiche und authentische Augenzeugenberichte des Waterloo-Feldzuges, die in ihrer Summe einen guten Eindruck der Ereignisse bei Quatre-Bras und Waterloo vermitteln. Vom Blickpunkt der niederländischen Offiziere und Mannschaften zeigt sich hier ein anderes Bild der Kampagne, als es der Leser vielleicht aus britischer oder preußischer Sicht kennt. Fragen und AntwortenBitte nehmen Sie bei facebook oder im Miniatures Forum Kontakt mit der Redaktion der Military Miniatures Zeitschrift auf, wenn Sie weiterführende Information zum Thema wünschen. © 2010-2011 by IDL Software GmbH, Darmstadt, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Frauen | Männer | Selfness | Coaching | Frühstückstreff | Love & Fun | Internet Wargaming | Kulturkalender | Links | Pressemitteilungen |
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